Prinzip der Maistrocknung

Maissaatgut wird am Kolben, das heißt mit den Spindeln getrocknet. Um die Keimfähigkeit zu bewahren, darf die Temperatur der zugeführten Luft 40 °C nicht wesentlich übersteigen.

Die Kolben werden auf einen Restwassergehalt von ca. 16-17 % getrocknet. Bei dieser Restfeuchtigkeit können die Körner sehr schonend gerebbelt werden. Durch die höhere Elastizität der Maiskörner wird so der sensible Keimling geschont. Anschließend werden diese im Durchlauftrockner auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 12,5 - 13 % nachgetrocknet.

1. Entlieschung

Die Maiskolben werden mit Entlieschmaschinen von den Blättern vollständig befreit, um eine gleichmäßige und rasche Durchlüftung in den Trocknungsboxen zu gewährleisten.

Dies erfolgt großteils direkt auf den Erntemaschinen, welche die Blätter gleich am Feld lassen. Bleiben dann noch restliche Lieschen auf den Kolben, werden diese in der Anlage mit der sogenannten Nachentlischung entfernt.

2. Verlesung

Anschließend werden die Kolben händisch verlesen. Sortenfremde und von Fusarien (Pilze) befallene Kolben werden ausgeschieden. Dies sichert einen hohen Qualitätsstandard.

Diese "Handverlesung" ist einer der Hauptgründe warum Saatmais am Kolben geerntet wird, und nicht gedroschen wird. Bei einer Ernte mit herköm-mlichen Mähdreschern, wäre erstens die Besei-tigung von Fremtypen und verpilzten Kolben nicht möglich, zweitens der Bruchkornanteil zu hoch.

3. Trocknungsboxen

Die Maiskolben werden automatisch mit Förderbändern in die 16 Trocknungsboxen eingefüllt. Gummibänder verringern hier den Aufprall der Kolben aus zu hoher Distanz, um die Keimfähigkeit nie zu gefährden. Die Boxen fassen insgesamt 400 Tonnen Kolbenware.

 

Beheizt kann die Anlage alternativ mit 3 Systemen werden:

1. Wärmerückgewinnung aus der Luftentfeuchtungsanlage

Die Saatbau Jüly hat im Jahr 2004, erstmalig in Europa, eine Luftentfeuchtungsanlage zur Saatguttrocknung in Betrieb genommen. Das Funktionsprinzip der Anlage ist ähnlich dem einer Klimaanlage. Die Umgebungsluft wird auf ca. 4 °C abgekühlt. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert an dem gewaltigen Kühlregister - Es werden ca. 800l Wasser pro Stunde ausgeschieden. Die Abwärme des Systems reicht aus, die zuvor abgekühlte Luft auf ca. 38 °C wiederzuerwärmen. Die Temperaturdifferenz auf 40 °C wird mittels Hackgutheizung oder Gasbrenner ausgeglichen.

Die so "aufbereitete" Luft zur Trocknung der Maiskolben hat einen Wassergehalt von nur mehr ca. 8% rel. LF

Dieses System ist besonders umweltfreundlich und energiesparend, da die Abgabeleistung von ca. 800 kW den Leistungsverbrauch von nur 250 kW bei weitem übertrifft.

Außerdem bewirkt die Luftentfeuchtung die Vorteile einer kürzeren Verweildauer der Kolben in den Boxen und einer raschen Senkung des Wassergehalts zu Beginn der Trocknung, wodurch das Wachstum von Pilzen besser unterdrückt wird. Die Entstehung eines für die Fusarienentwicklung günstigen Klimas in den Trocknungsboxen - feucht und warm - wird verhindert.

Dies bedeutet einen wesentlichen Vorteil bei der Produktion von hochqualitativem Maissaatgut für die Saatbau Jüly.

2. Spindelheizung

Da der Mais am Kolben getrocknet wurde, sind also auch die Maispindel nach dem Rebbelvorgang komplett trocken, und besitzen einen guten Brennwert.

Am Betrieb Jüly werden diese Spindel mit einer Hackgutheizung verbrannt, um wiederum den Trockner zu beheizen.

Ebenfalls werden Wohngebäude, Bürogebäude und die Werkstätten mitbeheizt.

 

3. Direkte Gasfeuerung

Sollten mit diesen Heizmethoden die 40° Celsius noch nicht erreicht sein, wird  noch mit Gas zugeheizt.

Erfahrungsgemäß ist dies im Oktober dann notwendig, denn im September reichen meist die alternativen Heizungen aus.

5. Rebbeln und Lagern

Mit Hilfe moderner Technik und ständiger Kontrolle wird der Trockenvorgang genau beobachtet, um keine Qualitätseinbußen zu riskieren. Ist das Saatgut trocken, wird es wieder mit Förderbändern direkt zu Rebbler geführt. Dieser trennt das Korn von der Spindel.

Direkt nach der Rebbelmaschine werden die Körner dann in einen ca. 20 Meter hohen Kaskadentrocknungsturm gefüllt, in diesem von Warmluft durchströmt umgewälzt und dadurch gleichmäßig und schonend auf die erforderliche Endfeuchtigkeit von ca. 12,5 % Wassergehalt getrocknet.

Ist das Saatgut dann lagerfähig, wird es anschließen grobgereinigt. Diese "Rohware" wird dann entweder in Silos, Container oder Big Bag gefüllt und dort bis zur Aufbereitung gelagert.

Die Befüllung von Container oder Silos wurde von der Saatbau Jüly so modifiziert, dass die Körner bei der Befüllung von oben durch ein selbst entwickeltes Rohrsystem keiner schädigenden Fallhöhe ausgesetzt werden.

Akutelles & Aktionen

ERNTE Infos:

Ing. Aust Engelbert  Tel:.0664/6274248

engelbert.aust[at]rwa.at

 

 

 

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